Neurologische Therapie

Neurologische Krankengymnastik in Uetze und Burgdorf

Wir üben Bewegungen so, dass das Nervensystem sie wieder zuverlässig abrufen kann.

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Wenn eine Erkrankung des Nervensystems die Steuerung der Bewegung verändert, betrifft das nicht nur einzelne Muskeln. Der Weg vom Gedanken bis zur Ausführung ist gestört, und selbst vertraute Handlungen wie Aufstehen, Greifen oder Sprechen verlangen plötzlich volle Aufmerksamkeit. Genau hier setzt diese Form der Therapie an.

Wir arbeiten mit der Fähigkeit des Nervensystems, sich zu verändern und neue Verbindungen zu nutzen. Dafür üben wir Bewegungen in einer Form, die das Gehirn aufgreifen kann, und übertragen sie anschließend in Handlungen, die für Sie Bedeutung haben. Die Behandlung findet in Uetze und in Burgdorf statt.

Eine gute neurologische Krankengymnastik richtet sich nach Ihrer Tagesform und nicht nach einem starren Plan.

Was neurologische Krankengymnastik bei uns umfasst

Diese Schwerpunkte bestimmen unsere Arbeit mit Menschen, deren Beschwerden ihren Ursprung im Nervensystem haben.

Befund der BewegungssteuerungWir erfassen Muskelspannung, Kraft, Wahrnehmung und Gleichgewicht im Zusammenhang. Daraus ergibt sich, welche Aufgabe den nächsten Fortschritt bringt.

Bahnung nach SchlaganfallWir aktivieren die betroffene Seite über gezielte Griffe und Aufgaben. Vermeidbare Ausweichmuster werden früh erkannt und ersetzt.

Gangschulung und SturzvorbeugungWir trainieren Standbein, Gewichtsverlagerung und Reaktionen auf Störungen. Auch der Umgang mit Gehhilfen wird geübt.

SpannungsregulationErhöhte Muskelspannung begegnen wir mit Lagerung, langsamer Bewegung und angepasster Aktivität. Ziel ist eine Spannung, die Bewegung zulässt.

Hand und FeinmotorikGreifen, Halten und Loslassen üben wir an Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Wir beginnen mit Aufgaben, die zuverlässig gelingen.

Beratung für den AlltagWir zeigen, wie Wege, Sitzgelegenheiten und Handgriffe zu Hause sicherer werden. Angehörige können auf Wunsch dabei sein.

Therapeut unterstützt einen Patienten beim Gehtraining in der neurologischen Krankengymnastik

So arbeiten wir

Jede Einheit beginnt mit einer kurzen Einschätzung des Tages. Spannung, Erschöpfung und Tagesform schwanken bei neurologischen Erkrankungen deutlich, und die Auswahl der Aufgaben richtet sich danach.

Wir geben so viel Unterstützung wie nötig und so wenig wie möglich. Sobald eine Bewegung eigenständig gelingt, verändern wir die Aufgabe, damit weiterhin ein Lernreiz entsteht. Diese Feinsteuerung ist der eigentliche Kern der Behandlung.

Sie erhalten Aufgaben für die Zeit zwischen den Terminen, die zu Ihren Möglichkeiten passen. Oft sind es wenige, klar umrissene Handlungen, die sich in den Tagesablauf einfügen lassen.

  • Wir stimmen die Ziele mit Ihnen und auf Wunsch mit Ihren Angehörigen ab.
  • Die Aufgaben orientieren sich an Handlungen, die für Ihren Alltag zählen.
  • Wir dosieren Belastung und Pausen bewusst und achten auf beginnende Erschöpfung.
  • Fortschritte halten wir an nachvollziehbaren Punkten fest, etwa an der Sicherheit beim Aufstehen.
  • Bei Bedarf tauschen wir uns mit der behandelnden Praxis über den Verlauf aus.

Der Ablauf Ihrer Behandlung

Von der Anmeldung bis zur eigenständigen Fortführung gehen wir in vier Abschnitten vor.

1Anmeldung und VorbereitungSie vereinbaren einen Termin und bringen Verordnung sowie vorhandene Berichte mit. Hilfsmittel wie Gehstock, Schiene oder Rollator nehmen Sie bitte ebenfalls mit.

2Ausführlicher ErstbefundWir schauen uns Haltung, Bewegungsübergänge, Gang und Wahrnehmung an. Anschließend legen wir gemeinsam fest, welche Alltagshandlung als Erstes im Mittelpunkt steht.

3Üben und AnpassenIn den Behandlungen bahnen wir Bewegungen, festigen sie durch Wiederholung und erhöhen die Anforderung schrittweise. Der Plan wird laufend an Ihre Tagesform angepasst.

4Übertragen und FortführenGelungene Bewegungen übertragen wir in den Alltag und sichern sie mit einem eigenen Programm ab. Wir besprechen, welche Aufgaben dauerhaft sinnvoll bleiben.

Wenn das Nervensystem die Bewegung anders steuert

Nach einer Schädigung im Gehirn, im Rückenmark oder an einem peripheren Nerv verändert sich das Zusammenspiel von Anspannung und Loslassen. Manche Muskelgruppen sind zu aktiv und lassen sich schwer lösen, andere erreichen kaum noch eine Anspannung. Dazu kommen häufig Veränderungen im Gleichgewicht, in der Tiefensensibilität und in der Ausdauer.

Auch nicht sichtbare Anteile spielen eine Rolle. Eine rasch einsetzende Erschöpfung, eine verringerte Aufmerksamkeit oder eine veränderte Wahrnehmung einer Körperseite beeinflussen, wie viel in einer Einheit möglich ist. Wir berücksichtigen diese Anteile bei jeder Planung.

Nach einem Schlaganfall

Häufig ist eine Körperseite betroffen, während die andere zunächst alles übernimmt. Diese Verlagerung ist verständlich, verfestigt aber Muster, die später schwer zu lösen sind. Wir beziehen deshalb früh beide Seiten ein und suchen für die betroffene Seite Aufgaben, die tatsächlich gelingen.

Der Aufbau reicht vom Halten einer Position über gezielte Teilbewegungen bis zu ganzen Handlungen wie dem Aufstehen aus dem Sitz oder dem Gehen über wechselnden Untergrund.

Bei Multipler Sklerose und Parkinson

Bei fortschreitenden Erkrankungen geht es darum, Fähigkeiten zu erhalten, Kraft sinnvoll einzuteilen und Stürzen vorzubeugen. Bei Multipler Sklerose achten wir besonders auf die Belastungsgrenze und auf Erschöpfung.

Bei Parkinson stehen Bewegungsgröße, Rhythmus und Starthilfen im Vordergrund. Akustische oder sichtbare Signale können eine Bewegung anstoßen, die aus eigenem Antrieb schwer beginnt.

Welche Konzepte die neurologische Krankengymnastik nutzt

Wir arbeiten nach anerkannten neurophysiologischen Vorgehensweisen und wählen aus, was zum aktuellen Zustand passt. Kein Konzept wird starr durchgezogen, denn Ihr Befund kann sich im Verlauf deutlich verändern.

Gemeinsam ist allen Ansätzen, dass die Aufgabe den Reiz setzt. Eine Bewegung wird dann gelernt, wenn sie zielgerichtet ist, wenn sie oft genug vorkommt und wenn eine Rückmeldung darüber entsteht, ob sie gelungen ist.

Bewegung bahnen und Haltung aufbauen

Über Griffe an Rumpf, Becken oder Schultergürtel geben wir einer Bewegung eine Richtung, ohne sie vollständig abzunehmen. Sobald mehr Eigenaktivität entsteht, ziehen wir unsere Unterstützung zurück. So bleibt der Anteil, den Sie selbst leisten, immer der größte mögliche.

Gehen, Stehen und Gleichgewicht

Sicheres Gehen entsteht aus Standbeinstabilität, Gewichtsverlagerung und der Fähigkeit, auf Störungen zu reagieren. Wir üben diese Anteile einzeln und setzen sie danach zusammen. Dazu gehören auch Drehungen, Hindernisse und das Gehen bei gleichzeitiger zweiter Aufgabe.

Alltag als Maßstab der Therapie

Eine Übung ist erst dann erfolgreich, wenn sie sich außerhalb des Behandlungsraums zeigt. Deshalb fragen wir früh nach den Handlungen, die Ihnen wichtig sind, und bauen die Therapie um diese Ziele herum auf.

Das kann das Anziehen einer Jacke sein, das sichere Aufstehen vom Stuhl, der Weg zur Haustür oder das Halten einer Tasse. Solche Aufgaben verbinden mehrere Fähigkeiten und geben eine unmittelbare Rückmeldung über den Fortschritt.

Angehörige beziehen wir gern ein, wenn Sie das möchten. Wer im Alltag unterstützt, sollte wissen, wo Hilfe sinnvoll ist und wo sie eine mögliche Eigenleistung ersetzt.

Ausdauer, Belastung und Pausen

Erschöpfung ist bei neurologischen Erkrankungen ein eigenständiges Thema. Sie hat wenig mit fehlender Motivation zu tun und verlangt eine bewusste Einteilung von Belastung und Erholung.

Wir verteilen anspruchsvolle Aufgaben deshalb über die Einheit und legen Pausen ein, bevor die Qualität nachlässt. Eine sauber ausgeführte Bewegung prägt sich besser ein als eine erschöpfte Wiederholung. In der neurologischen Krankengymnastik zählt daher die Güte der Wiederholung mehr als ihre bloße Menge.

Auch die Umgebung wirkt mit. Ein ruhiger Raum ohne störende Reize erleichtert die Konzentration, während Lärm und Gespräche nebenbei viel Kraft binden. Wenn eine Aufgabe im Alltag später unter genau solchen Bedingungen gelingen soll, üben wir diese Ablenkung bewusst und in kleinen Dosen mit ein.

Abgrenzung, Voraussetzungen und häufige Missverständnisse

Diese Therapieform unterscheidet sich deutlich von der Behandlung orthopädischer Beschwerden. Dort steht meist eine Struktur im Mittelpunkt, die belastbarer werden soll. Hier geht es um die Steuerung selbst, um Wahrnehmung, Spannung und die Frage, wie eine Bewegung überhaupt ausgelöst wird. Kraftaufbau allein führt daher nicht zum Ziel.

Voraussetzung ist eine ärztliche Abklärung der zugrunde liegenden Erkrankung. Neue oder plötzlich auftretende Ausfälle gehören unverzüglich in ärztliche Untersuchung und nicht zuerst in die Therapie. Bestehen begleitende Erkrankungen von Herz und Kreislauf, stimmen wir die Belastung entsprechend ab.

Ein verbreitetes Missverständnis betrifft die Menge. Viele erwarten, dass möglichst viele Wiederholungen den größten Nutzen bringen. Entscheidend ist jedoch, wie eine Bewegung ausgeführt wird, denn auch ein ungünstiges Muster festigt sich durch Übung. Ebenso verbreitet ist die Annahme, nach einer bestimmten Phase sei keine Veränderung mehr möglich. Fortschritte entstehen auch später noch, wenn regelmäßig und gezielt geübt wird.

Ob dieser Weg zu Ihnen passt, zeigt sich an Ihrem Ziel. Wenn Sie an konkreten Alltagshandlungen arbeiten und dafür auch zwischen den Terminen etwas tun möchten, ist die neurologische Krankengymnastik der richtige Rahmen. Wenn Ihre Beschwerden dagegen von Gelenken oder Muskeln ohne neurologischen Hintergrund ausgehen, ist unsere allgemeine Physiotherapie die passende Wahl.

Sprechen Sie mit uns über Ihre neurologische Krankengymnastik

Vereinbaren Sie einen Termin für einen ausführlichen Erstbefund, telefonisch oder bequem über unsere Online-Terminbuchung. Wir nehmen uns Zeit, Ihre Ziele in Ruhe zu besprechen.

Häufige Fragen

Sie richtet sich an Menschen, deren Bewegung durch eine Erkrankung oder Verletzung des Nervensystems verändert ist. Dazu zählen der Zustand nach einem Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson sowie Folgen von Nervenverletzungen. Auch bei Beschwerden nach Bandscheibenvorfällen mit Ausfällen kann dieser Weg sinnvoll sein.

Das Nervensystem bleibt auch später anpassungsfähig. Veränderungen entstehen dann meist langsamer, sind aber im Alltag durchaus spürbar. Wir setzen die Ziele in solchen Fällen kleiner und dafür genauer.

Gut geeignet ist bequeme Kleidung, die Bewegung zulässt und in der Sie nicht frieren. Feste Schuhe mit gutem Halt sind für die Gangschulung hilfreich. Barfuß üben wir nur, wenn es der Aufgabe dient.

Angehörige sind willkommen, wenn Sie das wünschen. Sie erfahren, wie sie sinnvoll unterstützen und welche Handgriffe im Alltag hilfreich sind. Ebenso wichtig ist der Hinweis, wo Sie besser selbst tätig werden sollten.

Regelmäßiges Üben in kleinen Einheiten wirkt besser als seltene lange Blöcke. Wir legen den Umfang gemeinsam so fest, dass er ohne Überforderung machbar bleibt. Bei zunehmender Erschöpfung passen wir ihn wieder an.

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Schapers Kamp 2, 31311 Uetze

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